An dieser Stelle möchte ich mich vorstellen und euch einen Einblick gewähren, wie ich zu den Pferden gefunden habe und sich alles entwickelt hat.
Ich bin 1988 in Lendersdorf geboren und habe nach meinem Fachabitur, 2009 mein Examen zur Gesundheits-und Krankenschwester absolviert und arbeite seitdem in Teilzeit auf einer Intensivstation. Schon zu dieser Zeit war es mein Traum Pferde auszubilden und Reitern zu besserem Reiten zu verhelfen.
2015 erfüllte ich mir meinen Traum und absolvierte den Trainer C für klassisch-barocke Reiterei auf dem Johannenhof in Hamburg mit der Lütke-Westhues Auszeichnung für besonders gute Leistungen.
2016 legte ich direkt mit dem Trainer B klassisch- barocke Reiterei nach. Auch hier habe ich die Lütke-Westhues Auszeichnung wieder erlangt.
2018 habe ich nach zweijähriger Trainertätigkeit und dem Reitabzeichen 2 noch die Prüfung zum Trainer A auf dem Johannenhof in Heist absoviert.
Dabei habe ich mir wie schon davor, wieder die Ehrung der Gebrüder Lütke-Westhues für besonders gute Leistungen, mit meinem Pferd erarbeitetet
2019 absolvierte den Kurs zur Prüferin Breitensport
2025 habe ich meine fachliche Qualifikation durch die Ausbildung zur Faszienbewegungstherapeutin erweitert.
Diese Weiterbildung ermöglichte mir einen vertieften Einblick in die funktionelle Anatomie des Pferdes, insbesondere in das komplexe Zusammenspiel von Faszien, Muskulatur und Bewegungsapparat.
Durch das fundierte Verständnis myofaszialer Zusammenhänge eröffnen sich neue therapeutische Ansätze, um Bewegungsqualität zu verbessern, Kompensationsmuster frühzeitig zu erkennen und die Gesunderhaltung des Pferdes zu fördern.
2026 werde ich die Prüfung zur Cranio Sakral Therapeutin ablegen.

Seit ich denken kann, war ich schon immer zu Besuch im Reitstall. Irgendwann war es soweit und ich durfte zu einer- damals klassischen- Reitschule, in welcher ich meinen ersten Reitunterricht erhielt. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass mir einmal die Woche reiten nicht ausreichte und ich bemühte mich um eine erste Reitbeteiligung.
Unterricht erhielt ich nebenher weiterhin und absolvierte mit und mit meine ersten kleinen Abzeichen.
Das Pferdevirus nahm seinen Lauf und bald hatte ich das große Glück mein erstes Pony zu besitzen. Das war ein damals 12 jähriger Tinkerwallach namens Jack.
Jack hat so ungefähr alles mit mir erlebt, von der Kindheit zur Pubertät über meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin , bis hin zum erwachsen werden.
Leider wurde er sehr früh sehr krank und ich konnte mich reiterlich nicht mehr mit ihm weiterentwickeln. Deswegen habe ich neben der Pflege von Jack weiterhin verschiedenste Pferde geritten und konnte somit schon erste Erfahrungen sammeln, wie individuell jedes Pferd ist und es manchmal nicht reagiert, wie es im Lehrbuch geschrieben steht.
2011 erfüllte ich mir nach dem Tod meines ersten Ponys einen meiner größten Wünsche. Ich kaufte einen damals 3jährigen Verrückten Hengst und nannte ihn El Diablo. Er war bildschön aber hatte noch keine Manieren und war roh. Der kleine Mann war echt zäh und lehrte mich dass es Pferde gibt, welche nicht nach Schema „F“ ausgebildet werden können.

Somit bin ich über Umwege zur klassisch- barocken Reiterei gekommen in der ich El Diablo viel mehr sah als in der klassischen englischen Reitweise.
Diese Reitweise hat unser gegenseitiges Verständnis deutlich verbessert – vor allem aus biomechanischer Sicht. Besonders die Arbeit an der Hand ermöglicht es dem Pferd, neue Bewegungen ohne das zusätzliche Gewicht des Reiters zu erlernen. Dadurch kann es seinen Körper freier ausbalancieren und Bewegungsabläufe sauber entwickeln.
Ohne Reitergewicht fällt es dem Pferd leichter, die Muskulatur der Bauch- und Hinterhand aktiv zu nutzen, die Brustwirbelsäule anzuheben und mehr Tragkraft zu entwickeln. Lektionen können so Schritt für Schritt vorbereitet werden, bevor sie unter dem Sattel abgefragt werden. Das reduziert Überforderung und hilft, Fehlbelastungen zu vermeiden.
Gerade barocke Rassen wie Iberer oder Friesen bringen durch ihren Körperbau besondere Herausforderungen mit sich. Sie sind häufig kompakter gebaut, tragen mehr Gewicht auf der Vorhand und müssen die Tragkraft der Hinterhand gezielt erlernen. Die Arbeit an der Hand bietet hier ideale Möglichkeiten, Balance, Kraft und Koordination systematisch aufzubauen.
Für mich bildet diese Herangehensweise die Grundlage einer gesunden, durchdachten und langfristig tragfähigen Ausbildung – mit dem Ziel, das Pferd biomechanisch sinnvoll zu fördern und nachhaltig zu stärken.
